DHL/Formel 1

DHL F1Seit 2004 ist die DHL Group „Official Logistic Partner“ der Formel 1. Damit ist DHL einer von aktuell nur 3 Global Partnern der Königsklasse.

DHL TV Commercial, UKKern der Partnerschaft ist die Durchführung nahezu aller Transportaufgaben im Rahmen der Formel 1-Rennen, darunter Express-, See- und Luftfrachttransporte, Zollabwicklung sowie weitere Spezialaufträge an den Rennstrecken. Alle Formel 1-Boliden, Ersatzteile sowie das Team-Material für die Rennstrecken (z.B. Boxenausrüstung, Werkzeug, etc.) wird zentral mit DHL Cargo an die Übersee-Rennstrecken transportiert. Bei den Europa-Rennen reisen die Teams überwiegend mit eigenen Transportern an, da alle Teams ihre Headquarters in Europa haben.

Für die Markenpräsenz und Kommunikation erhält DHL umfassende TV-Bandenflächen entlang aller Rennstrecken sowie Werberechte für die eigene Kommunikation.

Win-Win-Situation

Die Partnerschaft ist vielleicht die glaubhafteste und logischste Partnerschaft innerhalb des DHL-Konzerns aber auch in der Formel 1. Die komplexen Anforderungen beim weltweiten Transport von über 20 F1-Autos, Safety Cars, Medical-Cars, Boxenausrüstungen, Banden und Technik-Ausrüstungen kann nur von einem globalen Logistik-Konzern effizient durchgeführt werden. Die Formel 1 und somit auch die Teams sparen enorme Kosten durch den zentralen Versand der Autos in 2-3 Jumbojets. Würden die Teams ihr Material selbst einzeln transportieren, wären die Kosten immens. DHL bietet ausreichend Transport-Erfahrung sowie eine Infrastruktur (Logistik-Zentren, Transportflugzeuge, Zollabwicklung, etc.), um den Aufwand bei allen Rennen schnell und sicher zu gewährleisten.

DHL wiederum kann mit der Partnerschaft seinen eigenen Anspruch untermauern, der führende globale_J5R7941 Logistik-Konzern zu sein. Die Durchführung des Formel 1-Transports bietet einen prestigeträchtigen Case Study für der Kommunikation mit B2B-Kunden. Zudem erhält DHL durch die umfangreiche Bandenbelegung bei den Rennen Markenpräsenz in 180 Ländern, wo die Formel 1 live übertragen wird. Die Assoziation der Formel 1 mit Schnelligkeit, Technologie, Globalität und Komplexität zahlt klar und glaubwürdig auf das DHL-Image ein. Besonders in den europäischen und asiatischen Kernmärkten stärkt DHL somit seine Markenwerte.

B2C-Aktivierung wird vernachlässigt

Im B2B-Bereich nutzt DHL vor allem die hochwertige Hospitality an den Rennstrecken, um Kunden und potentielle Kunden einzuladen und die Logistik-Partnerschaft live zu präsentieren.

Für die Ansprache der breiten Öffentlichkeit ist DHL zudem Titelsponsor der Competition „Fastest Lap“. Hier werden die jeweiligen schnellsten Rennrunden der Rennen erfasst. Am Ende der Saison erhält der Fahrer mit den meisten „Fastest Laps“ eine Sondertrophäe aus der Hand eines DHL-Repräsentanten. Damit verbunden ist ein Tippspiel für die Formel 1-Fans. Die Fans können vor jedem Rennen tippen, wer die schnellste Rennrunde fährt. Wenn man sich diese Facebook-App jedoch genauer anschaut, ist die Anzahl der Teilnehmer sehr, sehr überschaubar. Man hat sogar den Eindruck, dass die App gar nicht mehr aktiv ist, aber noch angezeigt wird.

DHL FacebookEine weitere Maßnahme ist die Facebook-Seite „Formula 1 Backstage by DHL“, unter der aktuelle News gepostet werden. Hinzu kommen hin und wieder YouTube-Videos mit Markenbotschafter Christian Danner (RTL-Experte) und Pit-Stops (DHL Pit Stop-Challenge). Die Posts geben jedoch nur allgemeine News wieder, die auch auf anderen Presseseiten oder Motorsport-Portalen zu finden sind. Wahre Backstage-Stories sind hier nicht zu finden.  Auf der „Backstage-Seite ist auch die Fastest Lap-Tippspiel sowie eine DHL Fan Guide-App angehängt ist. Der Fan Guide scheint ebenso wie die Fastest Lap-App nicht aktiv zu sein, wird aber auch noch angezeigt.

Ansonsten wird die Partnerschaft noch hin und wieder über PR-Artikel in unterschiedlichen Medien redaktionell beworben. Eine Imagekampagne zur Partnerschaft mit Anzeigen und TV-Spots ist mittlerweile 6 Jahre her. Seitdem finden werbliche Maßnahmen außerhalb der Formel 1-Umfelder nur selten statt.

Grundsätzlich ist die Vernetzung der Partnerschaft über die Facebook-Seite sowie die Fastest-Lap-Competition ein guter Ansatz. Bei der Umsetzung fehlt es jedoch an Konstanz und scheinbar auch Hingabe. Wenn die Tippspiele von den Usern nicht angenommen werden, muss man diese entweder mehr bewerben, mit Preisen attraktiver machen oder gänzlich offline schalten. Ein Fan Guide für jeden Rennort ist ebenfalls eine gute Idee, die zum Global Player DHL passt. Wenn dieser jedoch nicht aktiv ist oder mit nützlichen Informationen gefüllt wird, ist es eher imageschädigend als förderlich, diesen online zu lassen.

Ob die Vernachlässigung der B2C-Aktivierung bewusst vernachlässigt wird oder es an internen Strukturproblemen liegt, können wir nicht beurteilen. Dennoch sollte die Pflege von Kommunikationsmaßnahmen bei einem Weltkonzern eine höhere Priorität haben, als es derzeit der Fall ist.

Bis auf die fehlende oder mangelhafte B2C-Aktivierung ist die Partnerschaft grundsätzlich sinnvoll und bietet große Markenpräsenz sowie einen entsprechenden Imagetransfer. Bei der Aktivierung und Vernetzung des Sponsorships besteht jedoch dringend Handlungsbedarf, wenn man die erworbenen Rechte effizient und richtig nutzen will.

Stand: April 2015

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